Vor einigen Monaten erhielt ich einen unerwarteten Anruf: Das Schweizer Fernsehen SRF fragte mich, ob ich als Experte an einer Fertigpizza im Test-Degustation für die Sendung Kassensturz teilnehmen würde. Eine dieser Erfahrungen, bei denen das Herz ein bisschen schneller schlägt – und die am Ende eine glasklare Meinung hinterlässt, was gute Pizza wirklich bedeutet.
Wenn das Schweizer Fernsehen anklopft
Der Auftrag war klar: 11 Fertigpizzen – tiefgekühlt und gekühlt – aus dem Schweizer Detailhandel auf ihre organoleptischen Eigenschaften hin beurteilen (Aussehen, Duft, Geschmack, Konsistenz) und eine Rangliste erstellen. Das Ziel: Konsumentinnen und Konsumenten zeigen, welche Fertigpizza im Test am besten abschneidet und ob sich der Kauf überhaupt lohnt.
Eines ist klar – und bleibt klar: Selbstgemachte Pizza ist immer besser, ohne Ausnahme. Aber im Alltag fehlt nicht immer die Zeit oder das Know-how. Und dann stellt sich die Frage: Welche Fertigpizza im Test verdient einen Platz im Einkaufskorb?
Fertigpizza im Test: mein Erlebnis und erstes Mal vor der Kamera: Aufregung pur
Ich gebe es offen zu: Es war mein erstes Mal vor einer professionellen Fernsehkamera – und man merkte es. Die Aufregung war gross, die Dreharbeiten straff getaktet, alles lief schnell, manchmal zu schnell. Der Stress eines TV-Sets ist eben etwas ganz anderes als das ruhige Arbeiten in der Backstube oder im Kursraum.
Trotzdem: Es war ein wunderbares Erlebnis, das ich jederzeit wiederholen würde. Als Pizzaiolo von einer nationalen Sendung als Experte eingeladen zu werden – das ist eine echte Anerkennung für Jahre der Arbeit, des Lernens und der Leidenschaft für dieses Handwerk.
Die Jury: Fünf Profis beim Fertigpizza im Test
Ich war nicht allein. Die fünfköpfige Jury setzte sich aus Fachleuten der Schweizer Gastronomie- und Lebensmittelbranche zusammen: Martin Amstutz (SwissSkills-Champion 2018, Experte bei Koch-Europameisterschaften), Yaëlle Brand (Junioren-Nationalköchin, Culinary World Cup 2026), Grazia De Martino (Fermentationsexpertin), Taro Meier (Qualitätsleiter beim Pizzakurier Dieci AG) – und ich, Matteo Vandi, zweifacher Schweizer Meister an der Pizzaweltmeisterschaft in Parma 2018 und 2019.
Gemeinsam haben wir 11 Margherita-Pizzen blind bewertet – 6 tiefgekühlt, 5 gekühlt – von den grossen Schweizer Detailhändlern. Blind bedeutet: Kein Jurymitglied wusste, welche Marke gerade auf dem Teller lag.
Was ich beim Fertigpizza im Test gelernt habe
Die Enttäuschungen: erschreckend tiefe Qualität
Ich sage es direkt: Die meisten Fertigpizzen im Test hatten eine erschreckend tiefe Qualität. Ich esse beruflich viel Pizza – in Kursen, an Events, bei eigenen Degustationen – aber was ich auf diesen Tiefkühlregalen und in den Kühltheken gefunden habe, hat meine schlimmsten Erwartungen oft noch übertroffen.
Drei Produkte sind klar durchgefallen. Das schlechteste Ergebnis erzielte die „Mmmh“-Pizza von Denner aus dem Kühlregal: „Der Käse ist von schlechter Qualität, quietscht zwischen den Zähnen und ist zäh“ – so das Urteil der Jury. Klar negativ auch die Buitoni (gluten- und laktosefrei, zu kräuterhaltig) und die Betty Bossi mit gummigem Teig und zu hartem, trockenem Rand.
Das breite Mittelfeld
Viele Pizzen landeten im Mittelfeld: Bei Aldi gefiel die Mozzarella optisch, enttäuschte aber geschmacklich. Alnatura war der Jury zu süss und zu säuerlich, Naturaplan zu ölig mit etwas künstlichem Duft. Da Emilio – die teuerste Pizza im Test – liess am Rand zu wenig Belag erkennen. Dr. Oetker Suprema überzeugte mit knusprigem, luftigem Rand, hatte aber eine zu dominante Tomatensauce. Gustavo Gusto punktete mit ausgewogenem Verhältnis der Zutaten, verlor aber durch den gummigen laktosefreien Käse.
Die Siegerin: Italpizza Numero Uno von Coop
Mit der Note 5,2 gewann die Italpizza Numero Uno Margherita von Coop die Degustation. Die Jury beschrieb sie als „sehr nahe an einer Restaurant-Pizza“ mit „guter Balance zwischen Tomaten, Käse und Brotnoten“ und „insgesamt sehr ausgewogen“. Einziger Kritikpunkt: der etwas zu dicke Rand und die nicht ganz optimale Knusprigkeit. Aber beim Fertigpizza im Test ist sie klar die beste Wahl im Schweizer Handel.
Das finale Duell: Fertigpizza im Test gegen hausgemachte Pizza
Kassensturz wollte es genau wissen: Die Jury bekam – ohne Vorwarnung – eine Margherita serviert, die ich selbst zubereitet hatte, mit meinem eigenen Teig und handverlesenen Zutaten. Das Urteil war eindeutig: Selbermachen lohnt sich. Der Abstand zwischen einer Fertigpizza im Test, so gut sie auch sein mag, und einer handwerklich gemachten Pizza ist schlicht nicht aufzuholen.
Mein Rezept für eine echte Margherita zu Hause
Im Rahmen der Sendung hat SRF auch mein Grundrezept für einen handwerklichen Pizzateig veröffentlicht. Du findest es direkt auf der Kassensturz-Seite – den Link habe ich unten eingefügt. Probier es aus: Es ist einfacher als du denkst, und das Ergebnis wird dich überraschen.
Fazit: Fertigpizza im Test: Mein Erlebnis– nur im Notfall
Werde ich je eine Fertigpizza im Test kaufen? Ehrlich gesagt: selten. Aber wenn es wirklich nicht anders geht – kein Zeit, keine Zutaten, absoluter Notfall – dann weiss ich jetzt, welche ich nehmen würde. Und du auch.
Den vollständigen Test mit allen Bewertungen und den Kassensturz-Beitrag findest du hier. Und wenn du das Rezept ausprobierst: Schreib mir – ich bin gespannt, wie’s geklappt hat! 🍕